Konzert für eine verseuchte Wüste

Hohe Urankonzentrationen im Grundwasser. Radioaktiver Feinstaub. Ein verseuchter Boden, der die Landwirtschaft vergiftet. Das hat die Wüste im Niger dem Uranabbau zu verdanken.

Ein Team von Greenpeace hat in Zusammenarbeit mit internationalen Experten-Teams die Folgen des Uranabbaus im Niger untersucht. Die erschreckenden Ergebnisse wurden unter anderem in einem Kurzfilm zusammengefasst: Left in the Dust (http://www.youtube.com/watch?v=ioRtzOWm07A).

Die wichtigsten Ergebnisse waren:

  • Der enorme Wasserverbrauch der Uranminen führte nicht nur zur Kontaminierung des Wassers sondern auch zur Senkung des Grundwasserspiegels. Pflanzen und Tiere verschwanden und es entstand eine verseuchte Wüste.
  • “Das Wasser macht krank.”, meinten die Einheimischen. Das Experten-Team hat im Trinkwasser Urankonzentrationen gefunden, die über den empfohlenen Richtwerten der WHO lagen.
  • Die Sterberate in den Abbaugebieten ist unter anderem wegen der Luftverschmutzung durch den radioaktiven Feinstaub gestiegen.
  • Bodenproben aus den Straßen und Gärten in der Stadt Akokan wiesen ebenfalls hohe Urankonzentrationen auf. Die Areva-Minen hinterließen 35 Millionen Tonnen Abfallgestein unter freiem Himmel, die zur Vergiftung des Bodens, des Wassers und der Luft führen. Diese Restgesteine wurden zudem zum Bauen von Häusern und Straßen verwendet. Kontaminierte Altmetalle wurden für Kochutensilien und andere Alltagsgegenstände verarbeitet.

Die Fahrlässigkeit des Konzerns Areva ist erschreckend und menschenverachtend. Nach Aussagen der Minenarbeiter wurde die Bevölkerung erst nach vielen Jahren über die Risiken des Uranabbaus informiert. Die Arbeiter haben ohne jeglichen Schutz arbeiten müssen. Erst nach 15 Jahren wurden Staubmasken in den Minen eingeführt.

Infektionen der Atemwege, Leukämie, Lungenkrebs und eine radioaktive Wüste: Uranabbau auf Kosten der Menschen und der Umwelt. Greenpeace fordert  von Areva eine umfassende Untersuchung der verseuchten Gebiete und eine Entschädigung für die Betroffenen, die, unter anderem, eine Dekontaminierung der radioaktiven Häuser und Straßen und einen Austausch der kontaminierten Gegenstände beinhaltet. Zu dem fordert Greenpeace einen Stopp des Uranabbaus, um die Lebensgrundlage der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten nicht weiter zu zerstören.

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Koblenz, 18.03.2014

Greenpeace-Gruppen in ganz Deutschland haben die Tuareg Band Tamikrest auf ihrer Tour unterstützt. Sie haben die Besucher über die Gefahren des Uranabbaus im Niger informiert und auf die langfristigen Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen aufmerksam gemacht.

Am 18. März hat die Band im Cafe Hahn in Koblenz (Güls) ein Kozert gegeben. Die Greenpeace-Gruppe Koblenz war mit einem Infostand dabei. Die Resonanz und das Interesse der Konzertbesucher führte zu mehreren interessanten Diskussionen.

 

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