Rettet die Bienen! – Gruppenaktionstag in Baumärkten

Erinnert ihr euch noch an den GAT am 22.06.13 zum Thema Bienensterben? Damals haben Greenpeacegruppen in 50 deutschen Städten vor Baumarktketten gegen den Verkauf von bienengefährdenden Pestiziden protestiert. Ein Teilerfolg wurde tatsächlich bereits verbucht: Die Märkte entfernten die Pestizide der Kategorie B1 (bienengefährdend), Obi und Bauhaus auch weitere, aus dem Sortiment.

Foto 1Anfang dieses Jahres folgte aber ein ernüchternder Befund: Greenpeace hatte eine Stichprobe im Umfang von 86 Zierpflanzen (35 Arten) von Baumärkten aus 10 europäischen Staaten auf ihren Pestizidgehalt untersucht. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Nur 2 davon waren unbelastet, 79,7% enthielten bienengefährdende Pestizide, etwa die Hälfte sogar die in der EU inzwischen verbotenen Substanzen Clothianidin, Thiametoxan und Imidacloprid! Mehrere Pflanzen wiesen gar einen “Giftcocktail” auf, allen voran einzelne Exemplare aus Österreich, Polen und der Schweiz mit 15 (!) Chemikalien. Wie kann das sein? Unter anderem dadurch, dass die verbotenen Stoffe in Gewächshäusern weiterhin verwendet werden dürfen.

Natürlich ist es den Bienen keine große Hilfe, wenn die gefährlichen Substanzen zwar nicht direkt verkauft/verspritzt werden, aber kontaminierte Blumen in den Garten ausgebracht werden. Deshalb suchten wir, ein 5-köpfiges Team, am 10.05.14, wie auch Greenpeacegruppen in 37 anderen Städten in Deutschland, einen Baumarkt auf, in unserem Fall den Obi in Mayen.

Foto 2 - Kopie

In unseren hellgrünen Jacken waren wir wohl sehr auffällig, sodass der Filialleiter sofort auf uns zuging. Mit diesem ließ sich freundlich reden und er zeigte Interesse an unserem Anliegen. Wir markierten schnell ein paar Erdbeertöpfe mit Pflanzenschildchen aus Pappe, die die Aufschrift “Achtung, Pestizide gefährden Bienen!” zeigten  und informierten einige Kunden, die ebenfalls sehr intessiert am Wohl der Bienen waren und unsere Petitionskärtchen an den Baumarkt gerne unterschrieben. Hierbei ging es uns nicht um totalen Boykott der Läden, sondern um unsere Forderung, die Zierpflanzenlieferanten vom Gebrauch der bienengefährdenden Pestizide abzubringen.

Dann die schlechte Nachricht: Die Zentrale duldet kein friedliches Verteilen von Infomaterial auf ihrem Gelände. Nach einem Versuch, unterschriebene Karten abzugeben (“Wenn ihr nicht hier sein dürft, dürft ihr auch nichts abgeben!”) entschlossen wir uns, dem Bauhaus in Mülheim-Kärlich einen Besuch abzustatten. Dort gingen wir erst “in zivil” hinein, um melittophile, d.h. von Bienen bestäubte Pflanzen, mit den Schildchen zu kennzeichnen. Danach “outeten” wir uns und informierten Kunden auf dem Parkplatz. Foto 4 - KopieNach einer Weile geschah auch hier das Erwartete: Der Filialleiter erteilte uns Hausverbot, zu jenem Zeitpunkt hatten wir aber schon viele Pflanzen als möglicherweise bienengefährlich markiert und einige Kunden erreicht. Nun sind wir gespannt, ob, wann und welche Maßnahmen die Baumärkte einleiten.

Diejenigen, die vorher schon giftfreie Pflanzen kaufen wollen, finden z.B. hier viele Informationen.

Ein Gedanke zu „Rettet die Bienen! – Gruppenaktionstag in Baumärkten

  1. Respekt! Ihr habt es geschafft die Kunden zu informieren trotz Hausverbot, unfreundliche Geschaeftsfuehrer und den Rausschmiss! Danke fuer die tolle und erfolgreiche Aktion!

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