Hand in Hand – 7.500 Menschen in der Lausitz

Am vergangenen Wochenende war es soweit: Der stetig lauter werdende Protest für einen Ausstieg aus der Kohleverstromung hat in der Lausitz einen weiteren Höhepunkt erreicht: Am Samstag den 23. August 2014 kamen bei der internationalen Menschenkette sage und schreibe 7.500 Menschen aus 27 Ländern an die deutsch-polnische Grenze, um die beiden Orte Grabice (Polen) und Kerkwitz (Deutschland) über eine Strecke von 8km miteinander zu verbinden.

Aus Koblenz machten wir uns schon Freitag Nacht gen Köln auf. Zusammen mit Greenpeacern aus Köln, Bonn, Dortmund, dem Westerwald und Bielefeld sowie anderen Umweltschützern fuhren wir die Nacht hindurch zum Klimacamp in Kerkwitz. Nach dem Frühstück sahen wir uns zunächst die beeindruckenden Tagebaue an. Überall Sand! Erst am Horizont sieht man wieder Bäume und ein dickes Kraftwerk dampfen.

Tagebau Jänschwalde

Am frühen Nachmittag dann kamen viele gut gelaunte, bunte Menschen zusammen, um sich die Hand zu reichen im gemeinsamen Protest gegen die unnötige Zerstörung der Natur, für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Konkret galt der Protest der Erweiterung der bestehenden Braunkohletagebaue in Deutschland und Polen. Wirtschaft und Politik planen das Abbaggern weiterer Kohleflöze, wofür Natur und Mensch in enormem Ausmaß weichen müssten. Doch diese Tagebaue braucht es nicht, wenn die Energiewende konsequent vorangetrieben würde. Selbst mit den bestehenden Tagebauen, kann noch bis 2030 ausreichend Braunkohle gefördert werden.

Die Braunkohlegewinnung erfordert das massive Absenken des Grundwasserspiegels, was zu einem Eingriff in die über Jahrmillionen entstandene Bodenstruktur bedeutet. Dort wo kein Wasser mehr ist, kommt Luft in Kontakt mit den Erd- und Gesteinsschichten.  Chemische Reaktionen führen zu einer Art “rosten”. Die oberste Gesteinsschicht wird abgetragen und gelagert. Alle weiteren Gesteinsschichten kommen dorthin, wo man schon fertig ist mit baggern – der sogenannte “Abraum”. Die Kohle geht direkt ins nahe gelegene Kohlekraftwerk und wird dort verbrannt. Immense Mengen an CO2, und Schwermetallen gelangen so in die Atmosphäre. Zum Schluss kommt die aufbewahrte oberste Schicht wieder oben drauf, das Abpumpen des Grundwassers wird nach und nach eingestellt und nun glaubt man, ist ja alles fast wie vorher.
Pustekuchen! Die Sandstruktur wurde komplett umgegraben. Grundwasserebenen werden lange brauchen, bis sie sich wieder stabil nachbilden können. Das Abrutschen riesiger Flächen kann nicht verhindert werden – sie sind dann gefährlich und unbrauchbar. Das zurückkehrende Grundwasser bringt den “Rost” mit nach oben und “verockert” Seen und Flüße – z.B die Spree. Außerdem ist dieses Wasser extrem übersäuert und lässt das Versprechen vom Schwimmen im neuen Baggersee zur leeren Phrase werden.

Deshalb wird die Menschenkette nur ein weiterer Meilenstein der europäischen Klimabewegung sein, die sich zum Ziel gesetzt hat, konsequent den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben – ohne Kohle, Fracking und Atom.

Wir von Greenpeace Koblenz waren froh, Teil dieser mächtigen Kette zu sein und genossen wie alle anderen, die Gespräche, die Momente und die Musik auf dem EndCoal-Festival an der deutsch-polnischen Grenze und auf dem Klimacamp in Kerkwitz. Danke an alle! Und weiter so!

Flo und Danilo sichtlich gut gelaunt

Flo und Danilo sichtlich gut gelaunt

Artikel auf greenpeace.de:
http://www.greenpeace.de/themen/energiewende/7500-gegen-kohle-0

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