Für die Arktis!

Wahnsinn! Viele waren zum ersten Ice Ride in Koblenz gekommen, DER internationalen Fahrraddemo zum Schutz der Arktis. Am gestrigen Samstag wurde weltweit in 32 Ländern in 160 Städten geradelt. In Koblenz hatten sich bei bestem Wetter etwa 70 Arktisbegeisterte zusammengefunden und damit unsere Erwartungen übertroffen. Auf den 31 deutschen Ice Rides sind mehr als 3.200 Menschen mitgefahren, um ein Schutzgebiet in der Hohen Arktis zu fordern. Weltweit waren es mehr als 20.000!

Auch Du kannst  die Petition unterschreiben: savethearctic.org/de

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Warum waren wir eigentlich dort?
Viele sind sich einig, dass wir Menschen einen großen Anteil daran haben, dass sich die Atmosphäre aufheizt. Damit müssen wir jetzt leben und daran arbeiten, den Klimawandel zumindest abzuschwächen. Leider ist da bisher noch viel zu wenig passiert. Die CO2-Konzentration stieg von 2012 bis 2013 stärker als in jedem anderen Jahr zuvor.

Ice Ride 2014 BastelnJetzt wo das Eis der Arktis schmilzt, werden natürlich auch Interessen geweckt: Es sind nun Ressourcen erreichbar, die zuvor noch nie erreichbar waren; so zum Beispiel Fischgründe und Ölfelder. Gazprom hat schon eine erste Ölbohrplattform in der Petschorasee mit dem Namen “Prirazlomnaya” in Betrieb genommen. Das erste mit arktischem Öl beladene Schiff kam dann im Mai diesen Jahres in Rotterdam an. Eine zweite Gazprom-Ölbohrplattform, die GSP Saturn, steht im Hafen von Murmansk in den Startlöchern.
Wenn man sich ansieht, wie die Ölkonzerne onshore – also auf dem Land – mit der Natur umgehen, wie wenig Gedanken sie sich scheinbar machen, um ausreichende Vorkehrungen zu treffen, wie streitsam und zögerlich sie bei Unfällen die nachträgliche Reinigung und Wiederherstellung der Natur vorantreiben, dann wollen wir – Greenpeace und andere Umweltverbände – diese Industrie NICHT in der Arktis sehen.

Ice Ride 2014 RadlerIce Ride 2014 Stand

Im August waren 40 Greenpeace-Aktivisten 2 Wochen lang in der russischen Region Komi unterwegs, um Ölunfälle zu dokumentieren: Sie haben über 200 davon gefunden und haben mehr als 135 Tonnen Öl und Ölschlamm in der Region beseitigt. Schauen wir nach Kanada, wo riesige Waldflächen, dem Abbau der Tarsands (Ölsanden) weichen müssen, nur damit jeder Tropfen Öl aus dem letzten Sandkorn gepresst werden kann. Oder das Unglück der Ölbohrplattform Deep Water Horizon vor 4 Jahren im Golf von Mexiko; 3 Monate brauchte man, um das frei-sprudelnde Ölbohrloch zu schließen. Es war der bisher größte Ölunfall in unserer Geschichte. Die Deep Water Horizon lag 84km von der US-Küste entfernt. Einige der geplanten Plattformen in der Arktis sollen mehrere hundert Kilometer (z.B. Shtokman-Feld, 600km) von der Küste entfernt Öl fördern.

Ice Ride 2014 EisbärDie Arktis ist ein komplexes Ökosystem. Sie ist ein Zuhause für Millionen von Menschen und faszinierenden Wildtieren, wie Eisbären, Narwale und Walrosse. Und deshalb können wir innerhalb unseres jetzigen, globalen Wirtschaftssystems, welches die Unternehmen dazu bewegt, Kosten zu sparen, wo sie nur können, nicht zulassen, dass ein solch fragiles und einzigartiges Ökosystem in Gefahr gebracht wird. Das gleiche gilt natürlich auch für die Fischerei-Industrie, die schon darauf wartet, massive Fischerei in den arktischen Gewässern zu betreiben.

Das sind die Gründe, warum Greenpeace fordert, dass der unbewohnte Teil um den Nordpol zum Schutzgebiet erklärt wird. In diesem Schutzgebiet wären keine industriellen Aktivitäten wie Ölbohrungen oder zerstörerische Industriefischerei erlaubt. Zugleich würde es unsere Forderung nach einer Regulierung der umweltschädlichen Industrie über die Arktis hinaus verbreiten. Das mag wie ein Traum klingen, aber in Wahrheit hat die internationale Gemeinschaft schon einmal bewiesen, dass die Idee eines Schutzgebietes realistisch ist: Im Jahr 1991 hat wurde das scheinbar Unmögliche möglich gemacht, indem die Antarktis vor einer Ausbeutung ihrer Ressourcen geschützt wurde.

IMG_4600_webIce Ride 2014 Gespräche

Mit von der Partie war auch der Regionverein Koblenz, der durch die Verbreitung der RegioMark RheinMosel als regionale Währung zum regionalen Wirtschaften beiträgt und somit hilft, die Anzahl der teilweise sehr unsinnigen Warentransporte zwischen den Kontinenten zu verringern. Vielen Dank auch an Bada Bada Soundsystem, die diesen sonnigen Ice-Ride-Tag mit ihren Reggae-Dancehall-Rhythmen musikalisch aufgewertet haben. Danke an alle, die da waren!

Danke RegioVerein KoblenzDanke Bada Bada Soundsystem!

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