Klima vs. Kohle

Wie auch Greenpeace-Gruppen in über 60 anderen Städten Deutschlands, machten wir uns heute auf den Weg, um ein paar aussagekräftige Fotomotive einzufangen. Es ging darum, sichtbar zu machen, wie stolz und fordernd unsere Bundeskanzlerin nach außen in Sachen Klimaschutz auftritt und wie schwer sie sich dabei tut, hier in Deutschland einen wichtigen Schritt zu gehen: Langfristig konsequent aus der Kohle auszusteigen.

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Die Chance aus der Kohle auszusteigen, besteht jetzt: Die Bundesregierung hat Ende des vergangenen Jahres ein durchaus ehrgeiziges Programm für mehr Klimaschutz beschlossen. Bislang besteht es nur aus Absichten. In den nächsten Wochen und Monaten soll es in Gesetze gegossen werden.  „Der für die Kohlekraftwerke zuständige Wirtschaftsminister Gabriel muss seinen Versprechen Taten folgen lassen“, fordert Tobias Austrup,  Greenpeace-Experte für Energie. „Wir brauchen einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohle. Und die vorerst am Netz bleibenden Meiler müssen unverzüglich mit Filtern ausgerüstet werden, um die Bevölkerung vor weiteren hohen Quecksilber-Emissionen zu schützen.“

IMG_7417_edit_webWie alarmierend die Gesundheitsgefährdung ist, zeigt eine internationale Untersuchung von 2013 zur Quecksilberbelastung in Europa: Danach kommen in der EU pro Jahr etwa 1,8 Millionen Babys mit bedenklichen Methylquecksilberwerten zur Welt. Nachgewiesen wurden diese Werte in Haarproben.
Um die Gesundheitsrisiken zu minimisieren, haben die USA bereits gehandelt und das Limit für den Quecksilberausstoß von Kohlekraftwerken massiv gesenkt. In Deutschland würde lediglich eines von insgesamt 52 deutschen Kohlekraftwerken die Vorgaben in den USA erfüllen. Trotz angekündigter Energiewende sind sogar vierzehn neue Kohlemeiler geplant; es ist mehr dreckiger Kohlestrom im Umlauf als noch vor ein paar Jahren.

Ende 2015 werden in Paris knapp 200 Staats- und Regierungschefs einen neuen Weltklimavertrag unterzeichnen. Welche Richtung die Energiepolitik in Deutschland einschlägt, kann wegweisend für die Klimaverhandlung sein. Deutschland muss zeigen, dass das Ziel machbar ist, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken – trotz Ausstieg aus der Atomkraft. Doch das geht nur, wenn auch der Ausstieg aus dem Kohlezeitalter jetzt beginnt.

Andy, Danilo und ich haben ein paar interessante Motive ausfindig machen können. Das Foto mit den beiden Richtungspfeilen zum Beispiel, zeigt sehr schön, dass es entweder in Richtung Klimaschutz oder in Richtung Kohleschutz gehen kann. Dass dabei der linke Bürgersteig ausschließlich mit Steinen, der rechte jedoch mit einer hübsch grünen Wiese gestaltet war – was die Wirkung des natürlich noch einmal verstärkt – bemerkten wir erst zuhause. Das Bild im Gleisbett spricht für sich: Einer der beiden Wege wird eine Sackgassen sein. Wahrscheinlich der, auf dem weiterhin endliche Ressourcen verbrannt werden. Das Foto vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck begeistert uns vor allem deshalb, weil sich während unseres Protestes die Inschrift des kolossalen Monuments verändert hatte. Ein gutes Zeichen!

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Unsere Forderungen

  • Keine neuen Braunkohletagebaue
  • Keine neuen Kohlekraftwerke
  • Braunkohleausstieg bis 2030, Steinkohleausstieg bis 2040
  • 60 Prozent Erneuerbare bis 2030, 80 Prozent bis 2040, 100 Prozent bis 2050

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