Weltklimatag: Wir verstärken unseren Protest gegen Shell’s Arktispläne

KoblenzVsShell - GruppeHeute ist Weltklimatag. Da Shell vor kurzem in die Arktis aufgebrochen ist, haben wir unseren Protest noch einmal verstärkt und zusammen mit mehr als 40 Greenpeace-Gruppen im Bundesgebiet an Shell-Tankstellen protestiert. Dabei positionieren wir uns gegen Ölbohrungen in der Arktis und für den raschen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Mit Aufklebern wie „Die Arktis ist zu kostbar, um den Klimawandel weiter anzuheizen!“ kontert Greenpeace bundesweit den aktuellen Werbeslogan des Unternehmens, das Leben sei zu kurz, um Benzinpreise zu vergleichen. Vom Schmelzen des arktischen Meereises durch den Klimawandel zu profitieren, um weiteres Öl zu fördern und damit den Klimawandel weiter anzuheizen, ist eindeutig der falsche Weg. Wissenschaftler sagen deutlich, dass die Ölreserven aus dem Arktischen Ozean im Boden bleiben müssen, wenn wir unter einem globalen Temperaturanstieg von 2 Grad Celsius bleiben wollen. (Zum Artikel der “Nature” hier klicken)

Auch in diesem Jahr sucht Shell wieder in der Arktis nach Öl. Seit August bohren die „Polar Pioneer“-Bohrplattform und das Bohrschiff „Noble Discoverer“ vor der Küste Alaskas in der Tschuktschensee. Die diesjährige Bohrsaison endet Ende September, doch bereits im kommenden Jahr will Shell in die Arktis zurückkehren.
2012 sind die umstrittenen Pläne von Shell, in der Arktis nach Öl zu bohren, alles andere als erfolgreich verlaufen. Beinahe alles, was der Konzern unternommen hat, ist gescheitert. Neben fehlenden Genehmigungen, Verstößen gegen Sicherheits- und Umweltauflagen, widrigen Wetterverhältnissen und gescheiterten Testläufen des Notfallequipments kam es auch zu schweren Unfällen.
Die „Kulluk“-Bohrplattform lief während eines Sturms auf Grund und auch das Bohrschiff „Noble Discoverer“ riss sich bei schlechtem Wetter los und havarierte fast. Auch in diesem Jahr war die Suche nicht pannenfrei. So zog sich beispielsweise die „Fennica“, ein von Shell eingesetzter Eisbrecher, auf dem Weg zur Bohrstelle einen ein Meter langen Riss in der Außenhülle zu und musste aufwendig repariert werden, wodurch sich die Bohrpläne erheblich verzögerten.

KoblenzVsShell - Werbung

Wie beispielsweise die Explosion der „Deepwater Horizon“-Plattform im Golf von Mexiko oder Tankerunfälle zeigen, ist die Bekämpfung von Ölunfällen schon bei normalen Bedingungen extrem schwierig. Unter den in der Arktis herrschenden Bedingungen sind Bergungsarbeiten jedoch nahezu unmöglich. Das US Geological Survey weist darauf hin, dass es bis heute keine umfassenden Methoden gibt, Öl aus mit Eis bedeckten Gewässern zu beseitigen. Die US-Küstenwache warnt, dass es in Alaska so gut wie keine Infrastruktur zur Bekämpfung von Ölunfällen gibt. Und die von Shell entwickelte Notfalltechnik ist unter den arktischen Bedingungen bis heute nicht getestet worden. Gerade das Beispiel des Tankerunglücks der „Exxon Valdez“ im Jahr 1989 lehrt, in welchem Ausmaß ein Unfall in den arktischen und subarktischen Regionen langfristige Schäden nach sich ziehen kann.

KoblenzVsShell - geklebt

Shells Ölbohrungen in der Arktis bergen zudem ein unkalkulierbares ökologisches Risiko. Die US-Regierung schätzt die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen größeren Ölunfall auf 75 Prozent, wenn Shell vor der Küste Alaskas Öl findet und diese Quelle innerhalb der kommenden Jahrzehnte ausschöpft. (Dokument hier ansehen) Ein solcher aber hätte in der sensiblen Region, in der ausgelaufenes Öl kaum geborgen werden kann und sich extrem langsam abbauen würde, katastrophale Umweltfolgen. Greenpeace kämpft seit Jahren dafür, dass Ölbohrungen in arktischen Gewässern verboten werden.

Seit 2012 demonstrieren Greenpeace und weitere Umweltverbände deshalb weltweit gegen Shells Pläne, in der Arktis neue Ölbohrungen zu starten. Die Arktis ist eine der letzten unberührten Regionen der Erde. Als Wegbereiter für andere Ölkonzerne ist Shell für die Industrialisierung der Arktis hauptverantwortlich! Wir fordern, dass die Ölindustrie, allen voran Shell, ihre Arktispläne aufgibt. Diese Forderung wird inzwischen von fast 7.5 Millionen Menschen weltweit unterstützt – und täglich kommen mehr dazu. Die Arktis ist zu kostbar, um Ölunfälle zu riskieren und das Klima weiter anzuheizen!

— Unterschreib die Petition SAVE THE ARCTIC —

KoblenzVsShell - Zapfsäule

Anfang der Woche hatte Greenpeace eine Studie vorgelegt, nach der die Welt ihren Energiebedarf ab 2050 vollständig mit Erneuerbaren Energien decken kann. Die dazu nötigen Investitionen würden mehr als kompensiert durch eingesparte Brennstoffkosten. Zudem würden bis 2030 weltweit 20 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen. Es ist an der Zeit, dass wir unsere Abhängigkeit vom Öl beenden. Shell darf der globale Energiewende nicht länger mit weiteren Bohrungen im Weg stehen.

Am Sonntag, den 27. September zeigen Attac, BUND, FreiRaum und Greenpeace anlässlich des Weltklimatages um 19 Uhr einen Film zum Thema. Welchen wir uns genau ansehen, entscheiden wir vor Ort. Ganz Koblenz und Umgebung sind herzlich eingeladen. Hier klicken zur Veranstaltung.

KoblenzVsShell - B9

4 Gedanken zu „Weltklimatag: Wir verstärken unseren Protest gegen Shell’s Arktispläne

  1. Erst wenn die letzte Ölbohrplattform geschlossen ist
    und die letzte Tankstelle dicht macht,
    werdet ihr merken, dass man nachts bei Greenpeace kein Bier kaufen kann.

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