Outdoor: Das Mammut-Problem

Mammut labelnAm gestrigen Samstag startete  unsere erste Aktion in diesem Jahr, ganz im Sinne der Detox-Kampagne, die sich dieses mal gegen den Outdoor-Hersteller Mammut richtete.
Mammut verwendet per- und polyflourierte Chemikalien (kurz: PFC), die sehr bedenklich für Mensch und Natur sind. Diese Schadstoffe sind persistent und werden von der Umwelt nur sehr langsam abgebaut. Über die Zeit reichern sie sich in der gesamten Natur unseres Planeten an. Die globale Verteilung betrifft auch direkt den Menschen: Nach einer Studie von Greenpeace Deutschland konnte PFC beispielsweise in der Leber von Eisbären nachgewiesen werden (siehe Studie “Chemie in unberührter Natur”).

Das Wirkungsspektrum der Chemikalien ist weit gefächert, einige PFC schaden dem Fortpflanzungssystem, begünstigen das Wachstum von Tumoren und beeinflussen das Hormonsystem. Frühere Untersuchungen von Greenpeace fanden PFC im Abwasser von chinesischen Textilfabriken und in Fischen für den Konsum in China. Auch Fisch, den viele von uns im Alltag konsumieren, ist von dieser Schadstoffbelastung dementsprechend nicht ausgeschlossen.
In anderen Studien wurde PFC sogar im Trinkwasser gefunden. Mit Untersuchungen in den Jahren 2012 und 2013 fand Greenpeace heraus, dass besonders gesundheitsschädliche, krebserregende PFC-Varianten (wie z.B. Perfluoroctansulfonat = PFOS) immernoch in Outdoor-Artikeln stecken. Damit ist der Mensch ihnen direkt ausgesetzt. Nachgewiesen wurde auch, dass die Chemikalien in die Luft ausdünsten. Zwar ermöglichen PFCs atmungsaktive Membranen und schmutzabweisende sowie wasserfeste Überzüge, aber darf nicht auf Kosten unserer Gesundheit und Umwelt geschehen, zumal es Alternativen gibt.

Gespräch mit der FilialleitungAn diesem Wochenende forderten wir den Konzern auf, unsere Detox-Vereinbarung zu unterzeichnen, um die fatalen Folgen von vergifteter Kleidung zu verhindern. In Koblenz starteten wir zu sechst am frühen Morgen, bepackt mit allerlei Equipment wie Produktkennzeichnern mit abschreckendem Logo: Ein skelettiertes Mammut. Damit markierten wir in einigen Filialen schadstoffbelastete Produkte, um den Käufer zu schützen und die Läden auf unser Anliegen aufmerksam zu machen. Natürlich wurden wir zumeist eher weniger freundlich empfangen, da unser Anliegen bereits Wellen geschlagen hatte und die Filialen in eine Situation der Rechtfertigung brachte. Intersport, Sport Sperk und die Biwakschachtel mussten sich damit auseinandersetzen, dass einige ihrer Outdoor-Produkte schädlich für die Umwelt sind. Zunächst einmal ein wenig unangenehm für die Betreffenden, aber notwendig im Hinblick auf eine giftfreie(re) und gesündere Zukunft. Diese Aktion fand bundesweit in 35 Städten und auch auf internationaler Ebene statt. Seit Veröffentlichung der Greenpeace Studie “Outdoor Report 2016″ gibt es bereits erste Outdoor-Label, die die Greenpeace Detox-Vereinbarung unterzeichneten.

Auch wenn der Tag etwas stürmisch und verregnet war, für uns war es ein guter!

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  Mammut: Engifte unsere Kleidung!

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