Plastikmüll – Teil 1: Beluga II informiert Koblenz

Beluga II in KoblenzVom 28. bis 30. April ankerte das Greenpeace-Aktionsschiff “Beluga II” in Koblenz. Ihre Mission: Aufklären über die unvorstellbaren Mengen Plastikmüll, die in den Weltmeeren treiben. An drei Besuchstagen besuchten mehr als 570 Interessierte – darunter zwei Schulklassen – das Schiff, die Crew sowie die Ausstellung an Bord. Greenpeace-Ehrenamtliche aus u.a. Potsdam, München, Mannheim und natürlich Koblenz informierten bei Schiffsführungen über die Beluga II selbst, die Unmengen an Plastikmüll und ihre Gefahren, Mikroplastik in Kosmetika und darüber, wie jeder Einzelne von uns etwas tun kann. Außerdem wurden Kinder geschminkt, Wasserproben gezeigt, das Memory der Alternativen gespielt sowie das riesige 3D-Banner fotografiert, welches Einblick in die Unterwasserwelt gab. Hier findet ihr den Bericht der Klasse 5b des Cusanus Gymnasiums Koblenz.

Das Banner der Beluga IIAusstellung im Bauch des SchiffesMemory der PlastikalternativenMikroplastik filtern

Das Problem Plastikmüll

Schätzungsweise 150 Mio. Tonnen Plastikmüll sollen sich derzeit in fünf riesigen Müllstrudeln in den Ozeanen befinden. Der größte davon, der Great Pacific Garbage Patch, soll bereits die Größe von Mitteleuropa angenommen haben. Diese riesigen Müllstrudel werden jährlich durch weitere 13 Mio. Tonnen Plastikmüll genährt. Plastikmüll, der sich nicht zersetzt, sondern über Jahrhunderte zu sekundärem Mikroplastik zerkleinert wird. Über 400 Jahre lang wird eine handelsübliche Plastikflasche in den großen Strudeln zermürbt, bis sie in viele kleine, sandkorngroße Teile zerfallen ist. Dennoch bleibt es Plastik.

Austausch am InfostandWissenschaftliche Untersuchungen gehen derzeit davon aus, dass sich Plastik in der Natur nicht zersetzt. Nur in ökologischen Nischen wurden bisher Bakterien entdeckt, die die langkettigen Polymere aufbrechen können.
Da Plastik oft mit zusätzlichen Stoffen wie Weichmachern oder Flammenschutzmitteln angereichert ist, damit die jeweiligen Produkte bestimmte Funktionen erfüllen können, bedrohen diese Chemikalien die Ökosysteme der Erde. Mikroplastik wurde bereits in Plankton, Wattwürmern und sogar in Eisbären nachgewiesen. So reichern sich jegliche, den Kunststoffen beigefügte Umweltgifte in der Nahrungskette an und landen letztendlich wieder auf unseren Tellern. Das kann beim Menschen wie auch bei allen anderen Lebewesen u.a. zur Schädigung der Hormon- und Fortpflanzungssysteme führen.
Seevögel, Robben, Schildkröten und Fische fressen auch größere Plastikteile, die den Bauch zwar füllen, aber dort verbleiben. Nach einiger Zeit verhungern sie mit vollem Magen. Auch zum Nestbau werden diese Materialen verwendet, sodass Eltern- sowie Jungtiere sich nicht selten verheddern oder sogar erdrosseln.

Aktuelle WasserprobenJährlich werden weltweit über 300 Mio. Tonnen Plastik produziert. Über 100 Mio. Tonnen davon machen Einwegprodukte aus, die durchschnittlich 5min in Gebrauch sind. Es ist irrsinnig, wie viel Arbeit, Energie und wertvolle Ressourcen wir hier verschwenden. Die Konsumenten in Deutschland haben mit den größten Plastikverbrauch in Europa und weltweit. Ein Drittel der Verbrauchsmenge ist Verpackungsmüll. 76 Plastiktüten pro Kopf pro Jahr. Außerdem setzt u.a. die Kosmetikindustrie vielen ihrer “Peeling”- und “Whitening”-Produkte Mikroplastikteilchen zu. Diese können nur schwer bis gar nicht von Kläranlagen herausgefiltert werden (Berichte von Die Welt und NTV).

Mikroplastik in Kosemtik

Langfristig muss es der menschlichen Zivilisation gelingen, Produkte zu kreieren, die nach Gebrauch wiederverwendet oder aber vollständig in biologische Kreisläufe oder Materialkreisläufe zurückgegeben werden können. Bekannt unter dem Begriff “Cradle to Cradle” müssen wir beginnen, all unsere Produkte neu zu gestalten.

— 10 Tipps, wie Ihr Plastik den Kampf ansagt —

— Info-Leporello “Plastikmüll” als pdf herunterladen—

Der Besuch der Beluga II hat uns von Greenpeace Koblenz sehr viel Freude bereitet. Neben den eigentlichen Aktivitäten auf dem Schiff und am Infostand organisierten wir außerdem eine Müllsammelaktion am Rheinufer und beteiligten uns an einer Müllsammelaktion auf der Mosel, bei der mehr als 30 Kanuten des Postsportvereins Koblenz e.V. sowie des CleanRiverProject um Stephan Horch knapp eine Tonne Müll zu Tage brachten. Fortsetzung folgt …

Ein Gedanke zu „Plastikmüll – Teil 1: Beluga II informiert Koblenz

  1. Ich finde sowohl das Thema sehr gut, als auch den Weg, das so public zu machen. Besonders das man den Besuch zweier Klassen organisiert hat, ist wichtig und sollte im Focus bei der Organisation solcher Touren stehen. Denn die jetzt jungen Generationen sind es, die den Wandel durch eigenes , bewußtes Handeln herbeiführen können und müssen und dabei beispielgebend und diskutierend auch Ältere überzeugen und motivieren sich zu ändern und bewußter zu handeln. Weiter so und danke für eurer Engagement.

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