Mikroplastik in Kosmetik: Nur wenige wissen davon

Gemeinsam mit Greenpeace-Gruppen in rund 70 Städten waren wir am Samstag  wieder für unser Ziel unterwegs, die natürlichen Lebensgrundlagen des Planeten zu schützen. Auf dem Löhrrondell haben wir über Mikroplastik in Kosmetikartikeln informiert. Ein Thema, das offensichtlich viele Koblenzer interessiert, denn so einen großen Ansturm an unserem Stand hatten wir schon lange nicht mehr. Dabei hörten wir zunächst oft “Aber welche Verpackungen wären denn die Alternative?”. Dabei ging es diesmal gar nicht um die Verpackung, sondern um Plastik in(!) der Kosmetik!

Infoaktion Mikroplastik

Aber von vorn, was ist Mikroplastik eigentlich? Der Begriff Mikroplastik ist in Deutschland nicht fest definiert. Generell kann man sagen, dass es sich um Kunststoffteile handelt, die kleiner als 5 mm sind. Aber nicht nur das! Mikroplastik kann sogar in flüssiger Form vorhanden sein und ist für den Verbraucher somit nahezu unsichtbar. Diese Kunststoffe sind in sehr vielen uns bekannten Kosmetikartikeln verarbeitet. Sei es in Reinigungsgels mit “Peeling-Kügelchen” oder in Shampoos und Hautcremes. Und da der Begriff nicht fest definiert ist, interpretiert jedes Unternehmen den Begriff zu seinen Gunsten. “Mikroplastik frei” hält also nicht unbedingt, was es verspricht.

Infoaktion MikroplastikAber was ist das Problem mit Mikroplastik? Verwendet man nun solche Produkte, landet das Plastik früher oder später in unserem Abfluss und letztendlich im Meer. Die Folgen von Plastik im Meer sind fatal: Kleinste Tiere, wie zum Beispiel Garnelen, nehmen das Mikroplastik über ihre Membran auf. Auch Plankton verwechselt es mit Nahrung. Bestimmte Kunststoffsorten haben das Potenzial, giftige Substanzen zu binden. Fische und andere Meereslebewesen fressen die Kleinstlebewesen, weshalb sich folglich Gifte in der Nahrungskette anreichern. Ein großes Problem für die Ökosysteme und schließlich uns, am Ende der Nahrungskette. Es wurde nachgewiesen, dass 90 % aller Menschen bereits Mikroplastik im Blut haben (Quelle: “Besser Leben ohne Plastik”, oekom Verlag).

Dagegen wollen wir angehen! Denn in Deutschland gibt es noch kein Gesetz, das den Einsatz von Mikroplastik verbietet. Erste Länder wie die USA, Kanada und Großbritannien gehen das Mikroplastik-Problem bereits per Gesetz an. Die Selbstverpflichtung der Wirtschaft, Mikroplastik eigenständig aus den Produkten zu nehmen, scheint nicht zu wirken. Wir fordern Bundesumweltministerin Barbara Hendricks auf, ein Verbot von Mikroplastik in Deutschland durchzusetzen!

Infoaktion MikroplastikMit eurer Hilfe haben wir es geschafft, allein in Koblenz über 200 Unterschriften zu sammeln, die wir bereits an unsere Zentrale in Hamburg geschickt haben. Zehn Ehrenamtliche haben dafür ihre Freizeit und ihre Organisationskräfte gegeben.

Weitere Informationen und viele Tipps zum Thema:

  Infoaktion Mikroplastik

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