Mikroplastik in Kosmetik – Nivea und Henkel unter die Lupe genommen

Gemeinsam mit Greenpeace-Gruppen in rund 60 Städten waren wir am Samstag, den 06. Mai, wieder für unser Ziel unterwegs, die natürlichen Lebensgrundlagen des Planeten zu schützen. Auf dem Löhrrondell haben wir von 10 bis 18 Uhr zum zweiten Mal über Mikroplastik in Kosmetikartikeln informiert. Aufgrund der positiven Resonanz im November letzten Jahres, waren wir voll motiviert und sind sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Dieses Mal haben wir uns nämlich ganz besonders auf die beliebten Marken Nivea und Henkel konzentriert, die leider beide noch immer große Mengen Mikroplastik in ihren Produkten verwenden, obwohl sie ihre Produkte selbst als „Mikroplastik frei“ bezeichnen. Aber woran liegt das?

Gefiltertes Mikroplastik

Gefiltertes Mikroplastik

Der Begriff Mikroplastik ist in Deutschland nicht fest definiert. Generell kann man sagen, dass es sich um Kunststoffteile handelt, die kleiner als 5 mm sind. Aber nicht nur das! Mikroplastik kann sogar in flüssiger Form vorhanden sein und ist für den Verbraucher somit nahezu unsichtbar. Diese Kunststoffe sind in sehr vielen uns bekannten Kosmetikartikeln verarbeitet. Sei es in Reinigungsgels mit “Peeling-Kügelchen” oder in Shampoos, Hautcremes und Wimperntuschen. Und da der Begriff nicht fest definiert ist, interpretiert jedes Unternehmen den Begriff zu seinen Gunsten. “Mikroplastik frei” hält also nicht unbedingt, was es verspricht.

Unterschriften sammeln in der Löhrstraße

Unterschriften sammeln in der Löhrstraße

Aber was ist das Problem mit Mikroplastik? Verwendet man nun solche Produkte, landet das Plastik früher oder später in unserem Abfluss und letztendlich im Meer. Die Folgen von Plastik im Meer sind fatal: Kleinste Tiere, wie zum Beispiel Garnelen, nehmen das Mikroplastik über ihre Membran auf. Auch Plankton verwechselt es mit Nahrung. Einige Kunststoffsorten haben sogar das Potenzial, giftige Substanzen zu binden. Fische und andere Meereslebewesen fressen diese Kleinstlebewesen, weshalb sich folglich Gifte in der gesamten Nahrungskette anreichern. Ein großes Problem für die Ökosysteme und schließlich uns, am Ende der Nahrungskette. Es wurde nachgewiesen, dass 90 % aller Menschen bereits Mikroplastik im Blut haben (Quelle: “Besser Leben ohne Plastik”, oekom Verlag). Außerdem haben Forscher entdeckt, dass Mikroplastik bei Eisbären bereits Veränderungen im Hormonhaushalt hervorgerufen hat. (Quelle: Trevail A. M., Kühn S., Gabrielsen G. W. (2015) The State of Marine Microplastic Pollution in the Arctic. The Norwegian Polar Institute, Brief Report no. 333).

Dagegen müssen wir etwas tun! Die Selbstverpflichtung der Wirtschaft, Mikroplastik eigenständig aus den Produkten zu nehmen, scheint nicht zu funktionieren. Erste Länder wie die USA, Kanada und Großbritannien gehen das Mikroplastik-Problem bereits per Gesetz an. Wir haben deshalb am Samstag Unterschriften für eine solche gesetzliche Regelung gesammelt. Wir fordern Bundesumweltministerin Barbara Hendricks auf, ein Verbot von Mikroplastik in Deutschland durchzusetzen! Mit eurer Hilfe haben wir es geschafft, allein in Koblenz 134 Unterschriften zu sammeln, die wir an unsere Zentrale in Hamburg schicken werden. Außerdem haben wir eine kleine Umfrage durchgeführt, um herauszufinden, wie viel Verbraucher über das Thema wissen und was sie sich von den Konzernen wünschen. Diese Ergebnisse werden gesammelt und direkt an Henkel geschickt, um auch hier den Druck zu erhöhen. Zehn Ehrenamtliche haben dafür ihre Freizeit und ihre Organisationskräfte gegeben.

Du konntest am Samstag nicht persönlich vorbeischauen, möchtest dich aber trotzdem gerne noch an der Aktion beteiligen? Hier hast du online die Möglichkeit, deine Stimme für ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetik abzugeben.

Weitere Informationen und viele Tipps zum Thema:

 

Verbraucher-Umfrage Mikroplastik in Kosmetik

Verbraucher-Umfrage Mikroplastik in Kosmetik

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